Das Hermannsdenkmal 

 

Vorlage für die Statuten und das Colour des 

MC Germania

 

Die Römer im Teutoburger Wald

Im Teutoburger Wald bei Detmold, im schönen Lipperland (Kfz-Kennzeichen LIP), steht das Hermannsdenkmal. Es soll erinnern an die Varusschlacht (die Hermannsschlacht) im Jahre 9 n.Chr., bei der 3 Elite-Legionen des römischen Heeres vernichtend geschlagen wurden.

 

Nach dem 2.Weltkrieg gab es ernsthafte Bestrebungen, das Denkmal abzureißen. - Warum?

 

Um das Denkmal gab es früher viel nationales Pathos. Hermann der Cherusker (Arminius), der erfolgreiche Kämpfer gegen das verhasste Rom, in dessen Diensten er stand, erhebt das Schwert drohend gen Westen. Im Westen aber, da liegen nun einmal das heutige Frankreich und die Benelux-Staaten, nicht aber Rom.

 

Aber schaut Hermann wirklich zum Asterix-Gebiet? Hermann blickt nach Westen, zum Rhein, denn dort, in Xanten und in Aliso an der Lippe, dem heutigen Haltern i.Westf., lagen die Widersacher, die Römer, die Germanien unterwerfen wollten. Also war damals für die Germanen der Feind am Rhein, und auch noch weiter im Westen, im heutigen Frankreich, denn Gallien gehörte seit der Eroberung durch Caesar in den Jahren 61-58 v.Chr. zum Imperium Romanum.

Die rechtsrheinischen germanischen Stämme drangen wiederholt über den Rhein vor und brachten viel Unruhe über die Grenze. Allerdings konnten sie nicht gegen das gut organisierte römische Heer bestehen.

Auf Hermanns erhobenem Schwert steht in goldenen Lettern:

Deutschlands Einigkeit meine Stärke - Meine Stärke Deutschlands Macht.

Dieser markige Spruch ist aus der Entstehungszeit des Hermannsdenkmals heraus zu verstehen, in der es um die Konstituierung des deutschen Staates ging.

Das Hermannsdenkmal (Bild) wurde durch Ernst von Bandel 1838 bis 1875 geschaffen und am 16.August 1875 im Beisein von Kaiser Wilhelm I., des Lippischen Fürsten Leopold Fürst zur Lippe und zahlreicher weiterer Fürsten und Honoratioren eingeweiht. Das Denkmal mit einer Gesamthöhe von 53,46 m steht auf der Grotenburg, einem 386 m hohen Berg südwestlich von Detmold.

Der Berg hatte schon in früheren Zeiten Bedeutung, der Name Grotenburg (= große Burg) weist darauf hin. Es gibt dort Reste vorgeschichtlicher Ringwallanlagen. - Nach heute verworfenen Meinungen soll bei der Grotenburg die "Schlacht im Teutoburger Wald", auch "Hermannsschlacht" oder "Varusschlacht" genannt, stattgefunden haben. Dummerweise hat man hier nie etwas gefunden, was auf die große Schlacht hätte hinweisen können. Ich selbst habe als Junge auch immer "die Augen offengehalten", habe aber auch nichts Rechtes gefunden.

Es ist auch fraglich, ob der heutige "Teutoburger Wald" mit dem "Silva Teutoburgensis" der Römer identisch ist. Aus der Heimatgeschichte weiß ich, dass einer der in meiner Heimatgemeinde Neuhaus, jetzt Paderborn-Schloß Neuhaus damals residierenden Fürstbischöfe von Paderborn um 1700 herum angeordnet hat, dass der Osning - das ist die alte Bezeichnung - der Teutoburger Wald sei und künftig so genannt werden solle.

Heute wird der Ort der Varusschlacht mehrheitlich bei Kalkriese unweit von Osnabrück lokalisiert.




Wie auch immer, der Verfasser hat - zusammen mit seinem Vater, und später mit seiner Jugendgruppe - manche Radtour zum Hermannsdenkmal gemacht. "Der Hermann" und der Teutoburger Wald waren immer ein Erlebnis.




Und was haben wir dann oft gesungen?
Als die Römer frech geworden ...
Text des Liedes von Josef Viktor von Scheffel (1847).
(So etwas singt man heute eigentlich nicht mehr!)
Es gibt - insbesondere aus Studentenkreisen - verschiedene
hinzugedichtete Strophen dieses Liedes.


Und was könnte man jetzt lesen?
Heinrich von Kleist: Die Hermannsschlacht
(Die Tendenz dieses Stückes ist heute nicht mehr so ganz "in".)



Wer sich näher über die römische Germanienpolitik
in augusteisch-frühtiberischer Zeit informieren möchte,
schaut nach bei Uni Osnabrück.




Jedes Jahr, am letzten Sonntag im April, findet der traditionelle Hermannslauf statt.

Ein wahrhaft beeindruckendes Naturdenkmal, das man unbedingt gesehen haben sollte, sind die nur wenige Kilometer entfernten Externsteine bei Horn.